Range Backpack mit Rollverschluss

Für meine Reise nach Indien wollte ich mir ein neues Daypack nähen. Ich habe mich dabei für den Range Backpack von Noodlehead entschieden. Ich hatte viel Gutes über Schnitt und Anleitungen gehört und er erfülte die meisten meiner Anforderungen:

Die Innenseite des Range Backpack
  • Die richtige Größe. Nicht zu groß, aber groß genug, um einen Liter Wasser, einen Reiseführer und eine Lage Kleidung beherbergen zu können
  • Wasserfestigkeit. Da wir unter anderem den regenreichsten Ort der Erde besuchen wollten, war mir dieses Kriterium wichtig
  • Schickes Aussehen. Ich habe schon Rucksäcke in verschiedenen Größen von Osprey, aber der Wandererlook ist für reisen in Städte nicht so meins
  • Taschendiebschutz. Wenn wir in einem Touristenhotspot unterwegs sind, will ich mich nicht ständig darum sorgen müssen

Taschendiebschutz

Um mich gegen eventuelle Taschendiebe zu schützen, habe ich an der oberen Öffnung einen Reißverschluss eingenäht. Dazu habe ich in die Seitennaht eine kleine Schleife eingenäht, an der man den Schieber mit einem Karabiner befestigen kann. Damit ist er schwerer zu öffnen. Außerdem habe ich den oberen Teil des Rucksacks um 5cm verlängert. Damit kann ich ihn ein Mal mehr umfalten und der Reißverschluss ist somit noch schwerer zugänglich.

Mein Range Backpack mit Rollverschluss und Reißverschluss von vorne.

Natürlich bringen diese Änderungen alle nichts, wenn ich den Rucksack unbeaufsichtigt wo stehen lasse. Aber ich denke, ich hab genügend extra Schritte zum Öffnen des Rucksacks eingebaut, dass sich ein Gelegenheitsdieb eher ein anderes Opfer aussuchen würde.

Die Verlängerung des oberen Teils ist mir auch ein paar Mal gelegen gekommen, wenn ich ein paar mehr Kleiderlagen verstauen wollte, oder ein bisschen zu viel eingekauft habe. In dem Fall kann ich einfach den Steckverschluss offen lassen und gewinne so eine Menge Stauraum.

Wasserfestigkeit

Um den Rucksack (ziemlich) wasserfest zu machen, habe ich einen PU-beschichteten Stoff verwendet. Dieser besteht aus Cordura, einem Nylonstoff mit hoher Abriebbeständigkeit, und ist auf der Rückseite mit Polyurethan beschichtet, was ihm eine hohe Wassersäule verleiht.

Mein Range Backpack von hinten

Wer schon mal mit so einem beschichteten Stoff gearbeitet hat, weiß, dass er sich ziemlich schwer mit einer Haushaltsnähmaschine verarbeiten lässt. Aus dem Grund habe ich verschiedene kräftige Microtexnadeln ausprobiert und schlussendlich die 110er verwendet. Insgesamt hatte ich damit fast keine Probleme beim Verarbeiten. Nur an manchen Stellen musste ich sehr langsam bzw. sogar mit dem Handrad nähen, wenn sehr viele Lagen aufeinander kamen.

Ich habe auch überlegt, Abdichtband für die Nähte zu verwenden. Ich habe mich aber dann dagegen entschieden, weil ich nicht genug Zeit hatte.

Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung, denn der Rucksack hat bisher absolut dicht gehalten. Wir haben sogar eine Nacht in der Wüste unter freiem Himmel verbracht, nach der morgens alles taunass war. Auch die Außenseite des Rucksacks war nass, aber die Innenseite komplett trocken.

Details zum Projekt

Schnittmuster: Range Backpack von Noodlehead
Außenstoff: PU-beschichtetes 500den Cordura von Extremtextil
Futterstoff: Polyester-Baumwollcanvas-Reststück von stoffe.de

Schreibe einen Kommentar