A blue shirt dress, Colette Penny, on a hanger. It is almost finished, but the buttons and buttonholes are still missing.

Colette Penny aus sommerlichem Leinen

Jegliche Verlinkungen dienen nur zur Information. Alles wurde von mir selbst gekauft und ich gebe nur meine eigene Meinung wieder.

Ich habe ein Kleid, das ich vor mehr als 10 Jahren mal bei Vero Moda gekauft habe. Es hat bis jetzt durchgehalten und ich trage es immer noch sehr gerne. Mittlerweile habe ich es sogar umgefärbt, weil ich festgestellt habe, dass mir das ursprüngliche olivgrün einfach nicht so steht. Langsam wird das Kleid leider doch etwas fadenscheinig und so wollte ich mir ein ähnliches Hemdblusenkleid aus Leinen nähen. Die Wahl des Schnittmusters fiel dabei auf Penny von Colette.

Das Kleid hat mich auch auf meinen Urlaub letztens nach Moskau begleitet, wo ich auch eine Mode-Ausstellung und das Bolshoi Theater besucht habe. Damit habe ich mich super angezogen und doch bequem gefühlt.

Der Leinenstoff war wie erwartet recht problemlos zu verarbeiten. Ich habe übrigens den folgenden Tipp verwendet, damit der Stoff weniger knittert:

A trick, which will really cut down on wrinkling, is to press the fabric with a dry hot iron, followed by prewashing in a hot machine wash and hot dryer. This will soften the fibers, making it drape better and less likely to wrinkle excessively. Linen does still wrinkle a bit but perhaps that is part of its charm.

Sandra Betzina, Working with Linen

Also vor dem Vorwaschen den Stoff heiß und ohne Dampf bügeln, dann heiß vorwaschen und (wenn möglich) in den Trockner. Nach dem Waschen habe ich den Stoff nochmal gebügelt, damit er beim Zuschneiden glatt liegt.

Eine Frau ist von hinten zu sehen. Sie steht vor einer weißen Wand und trägt ein blaues Hemdblusenkleid.

Änderungen & Anpassungen

Vom Schnittmuster habe ich beide Versionen kombiniert. Das Oberteil mit den Ärmeln stammt von Version 1, der halbe Tellerrock und der Bund von Version 2. Ganz weggelassen habe ich die aufgesetzten Taschen.

Die Form der Taschen in den Seitennähten des Rockes habe ich so verändert, dass sie bis hinauf zum Bund reichen und so stabiler halten.

Die Passform war bei mir von Anhieb an sehr gut. Ich habe nur von einer 8 im Oberteil zu einer 6 in der Taille/Rock gradiert. Ansonsten habe ich nichts angepasst.

Knöpfe mit der Maschine annähen

Bei diesem Projekt habe ich zum ersten Mal die Knöpfe mit der Maschine angenäht. Mit ein paar Tricks funktioniert das einwandfrei:

  1. Den Knopf mit transparentem Klebeband an der gewünschten Stelle befestigen.
  2. Den Transporteur absenken.
  3. Das Nähfüßchen entfernen. Einfach den Metallschaft auf den Knopf absenken.
  4. Den Zickzackstich verwenden. Die Länge ist egal, weil ja der Transporteur abgesenkt ist. Die Breite richtet sich nach dem Abstand zwischen den Löchern im Knopf. Dazu die Nadel per Handrad senken und dann die Breite einstellen. Den ersten Stich weiter per Handrad nähen und dann ggf. die Breite nachjustieren, bevor man ins zweite Loch sticht.
Ein weißer Knopf ist mit Klebeband auf blauem Stoff befestigt. Er wurde mit einer Nähmaschinen angenäht und zwei Fäden stehen noch ab.

Fazit zur Colette Penny

Die gute Penny war ganz schön aufwändig, mit den vielen Teilen zum Ausschneiden, Hemdkragen, Knopfleiste und gerafften Ärmeln mit noch mehr Knöpfen. Ich bin aber zufrieden mit dem Endprodukt. Der Stoff fällt sehr schön und ist auch bei Hitze angenehm zu tragen.

Ich habe bei der Verarbeitung sehr darauf geachtet, dass alles auch von Innen ordentlich aussieht. Dazu habe ich zum Beispiel französische Nähte – auch bei den Taschenbeuteln – verwendet.

Details zum Projekt

Hauptstoff: Authentic Öko-Leinen Classic in kornblumenblau von aktiv-stoffe.de
Futterstoff: Tana Cotton Lawn Reststück von Liberty of London
Schnittmuster: Penny von Colette

Verlinkt beim Memade Mittwoch.

19 Comments

  1. Andrea

    Total schick! Das Kleid ist toll und steht dir ausgezeichnet.
    Danke für die Tips zum Vorbereiten von Leinen! Knöpfe nähe ich genauso an mit der Maschine, jahrelang hab ich einfach einen transparenten Nähfuß dafür benutzt, mittlerweile ha eich mir einen Knopf-Annäh-Fuss gegönnt, damit ist es noch ein wenig einfacher und man kann auch Knöpfe mit Steg annähen.
    LG Andrea

    1. Bettina

      Danke, Andrea! Ja, so ein Knopffüßchen wollte ich mir auch zulegen, habe es aber dann irgendwie ganz vergessen. Danke für die Erinnerung 😉 Knöpfe mit Steg muss ich erst noch probieren.
      LG, Bettina

  2. Nria

    Wunderschön und genau mein Geschmack! Wenn ich deine Figur hätte, würde ich das Kleid ja glatt klauen 😀
    Danke auch für die Tipps – mal gucken, ob ich mich doch mal ans Knopfannähen mit der Maschine rantraue …

  3. Ina

    Noch ein tolles Leinenkleid hier beim MMM – ich habe schon einige entdeckt und bin begeistert. Auch Deine Version widerlegt die gängigen Klischees von Leinensachen. Sehr edel, fein verarbeitet und figurbetont. Gefällt mir sehr, genauso wie die Detailverliebtheit bei der Auswahl des Belegstoffes und der schön schimmernden Knöpfe. Danke für die Tipps zur Leinen-Vorbehandlung, nun werde ich mich wohl auch mal an den Stoff trauen, denn es gibt ihn im Moment in wunderschönen Farben. Einen schönen Sommer wüscht Dir
    Ina

    1. Bettina

      Danke, Ina! Hoffentlich macht die Vorbehandlung bei mir auch einen Unterschied aus! Liebe Grüße und einen schönen Sommer, Bettina

  4. Anne von beswingtes Allerlei

    Ach Mist, ich habe am Wochenende selbst Leinen zugeschnitten und kannte die Tipps nicht – vielleicht versuche ich es einfach im fertigen Teil nochmal damit..

    Dein Kleid finde ich sehr schön und die Innenverarbeitung mag ich besonders – es ist toll, wenn man sich schon beim Anziehen selbst eine Freude mit einem tollen Innenleben machen kann 🙂

    Herzliche Grüße, Anne

    1. Bettina

      Danke, Anne! Ich hätte Angst, dass der Stoff eventuell zu stark einläuft, wenn du es mit dem fertigen Teil machst. Aber es kommt wohl darauf an, wie du es vorgewaschen hast.
      LG, Bettina

    1. Bettina

      Danke, Melanie. Ja, mein Stoff fällt seitdem echt total schön und er knittert auch weniger als andere Leinensachen. Ist den extra Aufwand wert, finde ich.

  5. Christine

    Toll geworden, so eins wünsch ich mir auch! Aber ob es mir dann so herrlich steht wie Dir? Knöpfe annähen mache ich meist ohne Füßchen, weil zu faul, es aus der Schublade zu kramen. Einfach ohne Fuß „festklemmen“.

    1. Bettina

      Danke! Ja, so mache ich es auch. Ohne Klebeband zum Fixieren komme ich aber (noch?) nicht aus. Sonst verrutscht mir der Knopf immer, bevor ich ihn richtig festklemmen kann.

  6. Juli

    Ein sehr schönes Kleid in einem sehr schönen Blau ist dir da gelungen!
    Einen extra Dank verdient haben deine Tipps für die Arbeit mit Leinen – während ich meinen Urlaub am Meer verbringe, habe ich beschlossen, im August doch noch ein letztes hochsommerliches Top zu nähen – aus Leinen!
    Liebe Grüße
    Juli

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