Weites Kleid aus Nani Iro Double Gauze

Jegliche Verlinkungen dienen nur zur Information. Alles wurde von mir selbst gekauft und ich gebe nur meine eigene Meinung wieder.

Im Juli 2018 war ich in London, um einen Workshop zum Thema Activewear nähen, unterrichtet von Melissa Fehr, zu geben. Bei der Gelegenheit stattete ich dem Stoffladen Ray-Stitch einen Besuch ab und kaufte mir dort ein wunderschönes Stöffchen: Nani IRO Double Gauze im Farbschema Grace B. Ich hatte mich schon vor einiger Zeit in den Stoff verliebt und musste ihn einfach mitnehmen.

Nani IRO Grace Double Gauze Stoff hängt vor einer grauen Wand. Der Stoff ist bedruckt mit unregelmäßigen, organisch wirkenden Streifen in Kobaltblau, Smaragdgrün, altrosa und aubergine auf weißem Grund.

Und seitdem saß das gute Stück in meinem Stoffregal. Ich konnte mich einfach nicht für ein gebührendes Projekt entscheiden, das den tollen Print und die Struktur des Stoffes richtig zur Geltung bringt. Obwohl es sich hier ja um Double Gauze handelt, hat dieser Stoff nicht die typische Wabenstruktur. Selbst nach dem Waschen ist er nur leicht gekräuselt, was ich sehr mag.

An den heißesten Tagen des Sommers fasste ich dann doch einen Entschluss. Aus dem Nani Iro Double Gauze sollte ein luftiges, boxiges Kleid werden. Ich wollte eine einfache Form, mit angeschnittenen Ärmeln, Einkerbung im Ausschnitt und so wenigen Abnähern wie möglich.

Schnittkonstruktionsfail

Eigentlich wollte ich das Schnittmuster selber konstruieren. Kann ja nicht so schwer sein, mit den angeschnittenen Ärmeln… Aber leider kam ich mit den Anweisungen in meinem Buch einfach nicht zurecht. Ich hab es nicht geschafft, Vorder- und Rückenteil wie beschrieben zusammenzuführen. Es ging sich einfach geometrisch nicht aus. Wahrscheinlich hängt es mit der Schulterneigung und der größe meines Abnähers zusammen.

Nach ein paar Versuchen gab ich schließlich auf und kaufte das Melrose Top und Kleid von Itch to Stitch. Ansicht C hat die angeschnittenen Ärmel und kastige Form, die ich mir vorgestellt hatte. Ich hatte auch die Hoffnung, dass ich keine weiteren Anpassungen an der Passform vornehmen müsste, weil das Schnittmuster verschiedene Körbchengrößen bietet.

Zum Glück habe ich mich doch dazu entschieden, ein Probestück zu machen. Leider war das Oberteil trotz Verwendung des D-Cup-Vorderteils unbalanciert und vorne kürzer als hinten. Ich vergrößerte also den Abnäher und hatte endlich eine gut passende Grundlage für die weiteren Änderungen. Ich habe das Oberteil dann auf Kleiderlänge verlängert und noch die Einkerbung am Ausschnitt mit passenden Belegen erstellt.

Nähen

Um einen sauberen Look zu erhalten, habe ich französische Nähte verwendet und alle Säume von Hand genäht. Dabei war die zweilagige Natur des Stoffes sehr hilfreich. Ich konnte meine Handstiche einfach an der inneren Lage festmachen und sie sind somit von außen komplett unsichtbar. Ich habe auch die Belege an der inneren Stofflage rundum festgeheftet.

Bettina trägt ihr Shiftkleid aus Nani Iro Double Gauze. Das Kleid ist weit geschnitten, hat Brustabnäher, angeschnittene kurze Ärmel und endet über den Knien. Sie steht vor einer grünen Tür und umrahmt ihr Gesicht mit ihren Händen.
Bettina trägt ihr Shiftkleid aus Nani Iro Double Gauze. Man sieht sie von hinten vor einer grünen Tür stehen.
Bettina trägt ihr Shiftkleid aus Nani Iro Double Gauze. Sie steht vor einer grünen Tür mit den Händen auf den Hüften.

Verlinkt beim Memade Mittwoch.

9 Comments

  1. formspielerins werke

    Schade, dass es mit dem Konstruieren nicht geklappt hat, ist auch wirklich nicht so einfach. Ich brauchte auch mehrere Anläufe für meinen Grundschnitt. Ich frage mich, woran es gelegen haben könnte. Zur Not musst du unwissenschaftlich vorgehen und das Probeteil aufschneiden, wo es klemmt oder wegnehmen, wo zuviel ist und dir das dann im Schnittmuster vermerken. Meist trifft irgendeine Normregel bei einem gerade nicht zu und das kann man dann nachvollziehen. Mir gefällt Müller & Sohn ja ganz gut, was hast du denn für `n Buch? Viele Grüße Regina

    1. Bettina

      Zum Probeteil ist es beim selbstkonstruierten Versuch gar nicht gekommen. Mir war es einfach geometrisch nicht möglich, dass Schulter- und Seitennähte von Vorder- und Rückenteil übereinstimmen. Ich denke, dass es wohl an der Größe des Abnähers, den ich benötige, liegt. Als Anleitung habe ich „Patternmaking for Fashion Design“ von Joseph-Armstrong. Damit bin ich bis jetzt sehr gut zurecht gekommen, aber die Anleitung für die Kimonoärmel hat einfach nicht geklappt. Müller & Sohn finde ich auch interessant, aber das habe ich mir noch nicht geleistet. VG, Bettina

  2. kuestensocke

    Das Muster der Hammer und man denkt gleich dass der Schnitt total raffiniert ist mit Teilungen usw. Gute Wahl! Bei diesem Stoff ist ein Basisschnitt genau richtig. Ich bewundere alle, die ihre schnitte selber zeichnen, mir wäre das zu aufändig… LG Kuestensocke

    1. Ina

      Der Stoff ist wunderschön aber durch das Muster auch eine Herausforderung. Die hast Du sehr gut gemeistert- Hut ab! Ich bewundere Deine Mühe mit der Schnittkonstruktion. Hat sich jedenfalls so was von gelohnt. Hammerkleid!
      LG Ina

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